Vorüberlegungen

1977 wurden die Schulen für Lernbehinderte in Beusingsen und Eineckerholsen zusammengefasst und in den Gebäuden der ehemaligen Gemeinschaftsschule in Welver-Borgeln untergebracht. Später befand sich im gleichen Hause die Grundschule Borgeln. Durch deren steigende Schülerzahl wurden ihre Räumlichkeiten zu eng, der Mietvertrag zwischen der Gemeinde Welver als Eigentümerin und dem Kreis Soest als Träger der Clarenbach-Schule wurde 1997 nicht verlängert. Nach dem Umbau einer geeigneten Liegenschaft in Soest zog unsere Schule hierher um (in das ehemalige Telekomgebäude).

Das erste Schulprogramm entstand im Jahr 1996. Damals erhielt das Kollegium der Clarenbach-Schule vom Schulträger die Anfrage, warum es sich lohne, diese Einrichtung zu erhalten, was das Besondere an Zielen, Inhalten und Arbeitsweisen sei und wohin sie sich entwickeln wolle.

So entstand die Zusammenstellung „Pädagogische Schwerpunkte der Arbeit an der Clarenbach-Schule“ im Jahr 1996.

Das daraus entstandene erste Schulprogramm wurde 2006/2009,  zwischendurch und zuletzt 2013/2014 überarbeitet.

Seit dem Schuljahr 2016/2017 gibt es ein neues Schulprogramm, das genau auf die neue Situation der erweiterten und fusionierten Schule zugeschnitten ist.
Alle Beiträge dieser Homepage sind Auszüge aus dem Schulprogramm. 

Inklusion und Förderschule?

Seit der Ratifizierung der UN-Konvention ist es ein Ziel, alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam beschulen zu können. Kinder mit und ohne Behinderungen. Gleiches Recht für alle.

Kinder, denen Lernen leicht fällt und die ohne besondere Hilfen durch die Schulzeit gehen.

Kinder, die aber auch ganz spezielle, ja sonderpädagogische Hilfen benötigen, um eine bereichernde Schullaufbahn haben zu können.

Wo bekommen sie diese Förderung?

Nach Einschätzung der Lehrerschaft der Clarenbach-Schule ist es für jede Schülerin und jeden Schüler wünschenswert, teilzuhaben an einem  Regelschulbetrieb.

Ziel aller schulischen Bemühungen ist immer die Teilhabe am Leben, die Teilhabe an der allgemeinen Gesellschaft, eine nicht diskutierbare Gleichbehandlung aus ethisch-moralischer Sicht.

Dennoch sind wir auch der Meinung, dass eine oberflächliche Gleichbehandlung unseriös ist.

Daher können wir uns sehr gut vorstellen, dass unsere Schule ein auf Zeit angelegter geschützter Raum sein kann, in dem eine angstfreie, befreiende, individuell auf die Entwicklung zugeschnittene Förderung möglich ist.
Eine Förderung, die das Selbstbewusstsein stärkt, die bei den Stärken und Fähigkeiten ansetzt und den Kindern und Jugendlichen ein für eine gewisse Zeit unterstützender Wegbegleiter ist.

Dabei sind wir für alle Kinder / Jugendlichen da, die aus irgendwelchen Gründen von Behinderung bedroht oder mit besonderen Bedarfen eine Intensivförderung benötigen.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei bei den Übergängen:

Vom Elementarbereich in die Schule, von der Primarstufe in die Sekundarstufe, vom Ende der Schulzeit in Ausbildung oder Berufsschule.

Wir Sonderpädagogen verstehen uns als „Anwälte“ für Schülerinnen und Schüler mit  besonderen Bedürfnissen und begleiten sie professionell an unterschiedlichen Standorten (auch und mit dem besonderen Ziel der Beschulung an Regelschulen).

Inklusion und Förderschulen widersprechen sich unseres Erachtens nicht.

Es geht in beiden Fällen um Teilhabe am Leben. Das ist das Ziel all unserer Bemühungen, so sehen wir unsere sonderpädagogische Arbeit.
 

1. Zeitlicher Rahmen des Schulvormittags 

Wir sind eine Halbtagsschule.
Das heißt an der Clarenbach-Schule beginnt der Unterricht am Hauptstandort
um 7.45 Uhr und endet um 12.55 Uhr.
Am Teilstandort fangen wir um 7.50 Uhr an und enden um 13.00 Uhr.

 

2. Offener Ganztag (OGS) ab Schuljahr 2011/2012

An der Clarenbach-Schule gibt es ein offenes Ganztagsangebot, die OGS!

Für bis zu 24 Kinder der Lernstufen 1 bis 6 gibt es das Angebot in zwei Gruppen, 
bis 15.30 Uhr in der Schule zu bleiben. Eine warme Mahlzeit, die Betreuung der Hausaufgaben und mehrere tolle Angebote zum Lernen und zur Freizeitgestaltung sind garantiert. Auch in den Ferien ist eine zeitweise Betreuung durch das OGS-Team (zwei Erzieher/innen) gesetzlich geregelt und selbstverständlich.

 

3. Schwerpunkte der Arbeit

Wir sind eine Schule mit der Möglichkeit gemeinsamen Lernens von der ersten bis zur zehnten Klasse.

Die Verweildauer ist sehr unterschiedlich und reicht von ein / zwei Jahren bis hin zu sechs Jahren. 
Schülerinnen und Schüler, die an der Clarenbach-Schule ihre Schulpflichtzeit (10 Schuljahre) beenden, werden in der Regel mit dem "Abschluss im Bildungsgang -Lernen" entlassen (Näheres siehe Oberstufe).
Es ist auch möglich, den Hauptschulabschluss nach Klasse 9 zu erwerben.

Jedes Jahr wird überprüft, ob die Förderschule noch der richtige Förderort ist.
Die begleitete Rückführung in die Regelschule wird zunehmend forciert und kann jederzeit geplant und durchgeführt werden und erfolgt in enger Abstimmung mit allen Beteiligten und auf Grundlage des stets aktuellen und individuellen Förderplans.

Auf besonderen Elternwillen hin und aufgrund eines Gutachtens  (AO-SF) ist eine Aufnahme in die Clarenbach-Schule grundsätzlich ab der Klasse 1 bis zur Klasse 6 möglich.
 

Unterstufe (Jahrgänge 1 bis 4)

ZIELE DER UNTERSTUFE:

In der Unterstufe versuchen wir die Kinder für fröhliches und erfolgreiches Lernen zu motivieren und Selbstvertrauen aufzubauen.

Die Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) und die Arbeitstechniken nach Klippert (Ordnung am Arbeitsplatz, schneiden, falten, kleben, abheften usw.) sollten in der Unterstufe grundlegend erworben werden.
Einen großen Stellenwert hat neben unterrichtlichen Inhalten das soziale Lernen.

Das bedeutet einzuüben freundlich miteinander zu leben und zu arbeiten.

Überwiegend handlungsorientierte Arbeitsmethoden, Vorhaben und Lernen an außerschulischen Lernorten (Waldtage, Fahrten, Feiern und Feste) sind gleichermaßen fester Bestandteil unseres Unterrichts.

Besuch beim Imker       Entdeckelung der Waben
(zum Beispiel ein Besuch beim Imker)

Gesundheitserziehung
Die Unterstufe hat das Projekt „Gesunde Ernährung“ zu Beginn des Schuljahres 2008/2009 in das Unterstufenkonzept aufgenommen und im Sachunterricht als Teilbereich Hauswirtschaft integriert. Einmal in der Woche (freitags) findet bezogen auf die gesamte Unterstufe klassenübergreifend dieser Unterricht statt.
Auch an dem Schulobstprojekt nehmen wir teil. So bekommen die Kinder jeden Tag in der Woche frisches Obst oder Gemüse ja nach Saison angeboten.

Schwerpunkte dieser Arbeit sind:

  • Hygiene
  • Sachgemäßer Umgang mit Küchenutensilien (Schneidewerkzeug, Mixer, Ofen, Herd)
  • Zubereiten von einfachen warmen oder kalten Speisen nach Plan
  • Vorbereiten und Gestalten der Essenstafel
  • Gemeinsames Essen unter Berücksichtigung von „Benimm-Regeln“
  • Aufräumarbeiten (spülen, abtrocknen, Tische säubern)

Ziel der Arbeit ist es, ein Bewusstsein für gesundes Essen zu schaffen (weg vom Fast-Food).
 

Mittelstufe (Jahrgänge 5 bis 7)

Primäres ZIEL DER MITTELSTUFE
ist der Aufbau eines tragfähigen, realistischen Selbstkonzeptes. Dieses  geschieht in kleinen Lerngruppen von 10 bis 15 Schülerinnen und Schülern durch die Vermittlung bzw. Aneignung von

  • Strategien zur Lebensbewältigung (Lebenspraxis)
  • Kulturtechniken
  • fundiertem Sachwissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten

Diese Fähigkeiten gilt es zu festigen und auszubauen.

Basiswissen in Deutsch und Mathematik aus der Unterstufe wird in der Mittelstufe gefestigt und weitestgehend lebenspraktisch eingebunden.

Die Umsetzung des Methodentrainings nach Klippert unterstützt unsere Arbeit.
In der Stufenarbeit werden bei klassenübergreifenden Projekten Teamfähigkeit und Kooperation gefördert.

Die Projekte orientieren sich an der Lebenswirklichkeit und den Interessen der Schülerinnen und Schüler, z. B. Vorbereitung auf die Fahrradprüfung, PC Training (Computerführerschein), Übernahme von Verantwortung u. a. in der Versorgung der Tiere, der Blumen und der Wäsche, Arbeiten im Schulkiosk, Verantwortung in der Spielausleihe und der Mediothek, gemeinsame Klassenfahrten und Ausflüge.
Handwerkliche Möglichkeiten, die in der Unterstufe kennen gelernt wurden, werden erweitert und sind fester Bestandteil der Unterrichtswoche (Gartenbau, Hauswirtschaft, Werken).

In den frei zu wählenden Arbeitsgemeinschaften geht es darum, neue Interessen zu entdecken und weiter zu entwickeln.

AG Brunnenbau (Schule und Kultur)        Martinsspiel


Oberstufe (Jahrgänge 8 bis 10)

Die Oberstufe umfasst die Jahrgänge 8 – 10, Schulbesuchsjahre 8 – 11.


ZIEL DER OBERTUFE
ist es, so viele Schülerinnen und Schüler wie möglich  in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln.

Die Oberstufe soll sich in ihrer Struktur und ihrem vielfältigen, individuell zugeschnittenen Lernangebot deutlich von den Angeboten benachbarter Schulformen unterscheiden. Die konktrete, zum Teil sehr handlungsorientierte Lebensplanung, Befähigung zur Lebensbewältigung und damit die Teilhabe am Leben ohne Ausgrenzung steht im Fokus aller Bemühungen, nicht zuletzt durch ein dichtes Netzwerk mit einer Vielzahl externer Partner.

Ab Lernstufe 8 werden die Jugendlichen möglichst entsprechend ihrer Schulbesuchsjahre zugeordnet.

Diese Lernstufe, als Einstieg in die Oberstufe, dient der Orientierung und Vorbereitung auf die Abschlussjahrgänge 9 und 10 mit zunehmend lebenspraktischem Training.
Spätestens im neunten Schulbesuchsjahr werden die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten und möglichen Schulabschlüsse eingestuft.

Insgesamt gibt es 3 Leistungsniveaus (nicht Klassen!):

1. Primär praxisorientiert
Schwerpunkt liegt auf Vermittlung der Schlüsselqualifikationen. Die klassischen Schulfächer werden fast nur noch in Verbindung mit Berufsvorbereitung / konkreter Lebensplanung vermittelt.

Ziel: Diese Schülerinnen und Schüler erhalten ein Abschlusszeugnis im Bildungsgang Lernen mit besonderer Erwähnung der Beurteilung der praktischen Fähigkeiten, der Schlüsselqualifikationen und Beurteilungen durch die besuchten Betriebe; Entlassung in eine Arbeitsstelle oder berufsbildende Maßnahme.

2. "Förderschul-Lerngruppe"
Gleichwertigkeit in der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, Praxisorientierung und klassischen Basiswissens.

Ziel: Abschluss der Förderschule im eigenständigen Bildungsgang Lernen und Entlassung in eine Arbeitsstelle oder berufsbildende Maßnahme.

3. "Hauptschul-Lerngruppe"
Vorbereitung auf das Berufsleben und Vermittlung schulischer Inhalte, die für das Erreichen eines Hauptschulabschlusses benötigt werden.

Ziel:  Rückschulung in den Bildungsgang der allgemeinbildenden Sekundarstufe I , begleitet ab Lernstufe 8 durch eine Sonderpädagogenin bzw. einen Sonderpädagogen; Abschlusszeugnis der Hauptschule nach Klasse 9 und / oder Vermittlung in einen Ausbildungsberuf.

Waggonausbau        Gartenbau

Die Praktika in der Jahrgangsstufe 9 und 10 dienen dazu, den Schülerinnen und Schülern einen möglichst breiten Überblick über die für ihre Zukunft realistischen Berufsfelder zu geben.
Zusätzlich werden Betriebsbesichtigungen und Praxistage organisiert.
Im 10. Schulbesuchsjahr ist vornehmlichstes Ziel der Praktika, einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden.

Eine Schulbesuchsverlängerung für ein 11. Schulbesuchsjahr wird unter dem Aspekt gewährt, einem höherwertigen Abschluss näher zu kommen oder aus Gründen der persönlichen Entwicklung bezogen auf die Berufsfähigkeit.

Siehe auch unter Schulleben den Punkt "Berufsvorbereitung wird bei uns groß geschrieben"

Arbeiten mit Holz        Stundenlauf im Jahnstadion