Konzept zur Reittherapie

Ausgangssituation

Seit 1995 gibt es Planungen, Reiten mit SchülerInnen in den Lehrplan / ins Unterrichtskonzept der Unterstufe aufzunehmen. In den vergangenen Jahren fanden in der Unterstufe verschiedene Freizeiten auf Reiterhöfen statt, um wenigstens ansatzweise die Vorteile für unsere Schülerschaft zu verwirklichen.

Die Erfahrungen hierbei decken sich

  • mit persönlichen Erfahrungen beim heilpädagogischen Voltigieren,
  • mit Erfahrungen einer "reiterfahrenen" Kollegin,
  • mit wissenschaftlichen Untersuchungen zur Auswirkung des Reitens bei Kindern ohne
  • Förderbedarf sowie bei Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Insbesondere hat sich gezeigt, dass eine Verbesserung der Fähigkeiten bei folgenden Persönlichkeitsvariablen feststellbar ist:

  • Körperkoordination
  • Konzentration und Ausdauer
  • Visuo- motorische und kinästhetische Wahrnehmung
  • Sozialverhalten, insbesondere im Bereich der Interaktion bei erethischen Kindern (ADHS)
  • Kognition, hier besondere Erfolge bei Schwächen wie Dyskalkulie,
  • Z. t. auch LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche)
  • Selbstwahrnehmung / Selbstvertrauen

Diese Möglichkeiten auszuschöpfen sind gerade bei einer Schülerschaft mit besonderem Förderbedarf von Bedeutung, da hier Schwierigkeiten in oben genannten Bereichen gehäuft auftreten.

Konzeptionell passt das Projekt "Therapeutisches Reiten" hervorragend in die Zielsetzung bzw. zum Schulmotto der Clarenbach- Schule:

"Fähigkeiten entdecken - Schwächen ausgleichen - Grenzen akzeptieren".

Organisatorisch bzw. inhaltlich wird Folgendes bedacht und umgesetzt:

  • Teilnahme von Kindern der Unterstufe, weil hirnorganische Voraussetzungen und  Lernmöglichkeiten in dieser Alterstufe optimal zum vorgesehenen Angebot passen
  • die Auswahl und Zusammenstellung der teilnehmenden Kinder richten sich nach dem   besonderen Förderbedarf der Kinder
  • 2 Gruppen mit jeweils 6 Kindern (pro Halbjahr)
  • Reittherapie findet einmal wöchentlich über 3 Zeitstunden statt
  • während die eine Gruppe Reitübungen din der Halle durchführt, wird die andere Gruppe im   Reiterstübchen in Form von Interaktionsspielen oder Einzelförderung durch eine Kollegin betreut
  • Pflege der Tiere, dadurch grundlegende Erfahrung mit bedürfnisorientiertem Denken und  Erleben des "Interaktionspartners" Pferd. (Ähnliche Ziele verfolgen wir mit der Tierhaltung auf dem Gelände Clarenbach – Schule.)
  • Innerhalb eines Schuljahres wechseln die teilnehmenden Gruppen halbjährlich, so dass insgesamt im Schuljahr 24 Kinder beteiligt sind.